NIAS SYMPOSIUM

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Nias Tagung 30.- 31. Oktober 2006 - Völkerkunde Museum Wien

Das Institut für vergleichende Architekturforschung veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Baugeschichte und Bauforschung an der TU Wien, der Abteilung für Hochbau2 und dem Museum für Völkerkunde für Ende Oktober 2006 eine Tagung zu dem Thema Traditionelle Architektur und Kultur in Nias, Indonesien.

Auf Grundlage von Forschungen der beteiligten Institutionen wird ein internationales Netzwerk gegründet um internationale und interdisziplinäre wissenschaftliche Untersuchungen zu fördern, die sich mit der möglichen Implementierung traditioneller Bautechniken für zukünftige Planungsaufgaben befassen. Die gerade in der jüngsten Vergangenheit vermehrt auftretenden Erdbebenkatastrophen in Indonesien zeigen die Notwendigkeit, dieses Thema vertiefend und wissenschaftlich zu behandeln. Die gewonnen Erkenntnisse werden den in den betroffenen Regionen arbeitenden Hilfsorganisationen und nationalen Stellen zur Verfügung gestellt um auch zur Anwendung zu gelangen.

Inhaltliche Schwerpunkte und Personen

Ethnologie, Gesellschaft

 

Beatty: Society and Exchange in Nias

Ziegler: Festive areas

Bente Wolff: Tourismus in Nias

Marschall: Die Quellen des Reichtums der Si’Ulu von Nias

Hummel: Evangelische Missionsgeschichte auf Nias

Kennerknecht: Humangenetische Forschung auf Nias

Architektur und Kunst
 

Feldman: Nias and its traditional sculptures

Hämmerle: Architektur und Rituale

Viaro: Architektur

IVA Lehner: Die Stellung der Architektur in Nias innerhalb des südostasiatischen Raums ???

IVA Gruber: Adaptation of traditional Nias architecture

IVA: Earthquake resistance of traditional Nias architecture and the Impact of the disaster

Melbinger: Erdbebensicherheit in der traditonellen Nias Architektur.

Dokumentation
 

Mittersakschmöller: Fotografien aus Nias aus 20er und 30er Jahren Nielsen: Fotografie

IVA Herbig: Documentary and other Media

Krisl: Geologie, und Topographie von Nias

Wiederaufbau und Rekonstruktion
 

Caritas, Warta: Wiederaufbau mit Hindernissen

Caritas-Vertreter, Angermaier: Wiederaufbau in Nias

IVA Rieger-Jandl, Gruber: Students designs

Help-Vertreter, Rolf Schleyer: Wiederaufbau in Nias

ICOMOS Indonesien Adishakti: Cultural Heritage

Inhalte

Bei der Tagung werden disziplinenübergreifend der Stellenwert und die soziale wie funktionale Bedeutung des baukulturellen Erbes von Nias behandelt.

Nias ist eine kleine Insel in Indonesien und liegt 120 Kilometer westlich von der Küste Sumatras. Bis vor kurzem war sie nur wenigen Leuten als perfekter Surfspot bekannt. Nach dem verheerenden Tsunami, der die West- und Nordküste der Insel verwüstet hat, wurde Nias am 28. März 2005 von einem starken Erdbeben getroffen, das unzählige Gebäude zerstört und so über 900 Menschen getötet und tausende verletzt hat. Die beiden Katastrophen haben Nias einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Nias ist Teil einer geologisch äußerst aktiven Zone. Die Insel liegt auf der Subduktionszone zwischen der Eurasischen und der Indo-Australischen tektonische Platte. Zusätzlich hat sich auch auf Grund der Lage -weitab von den Fernverbindungswegen und der schlechten Erreichbarkeit - auf Nias eine einzigartige Kultur erhalten, die sich auch in der besonderen Architektur ausdrückt. Die eindrucksvollen Holzbauten sind in vielerlei Hinsicht perfekt an ihre Umgebung angepasst. Diese Anpassung betrifft die Konstruktion und die Technologien, die für den Hausbau nötig sind. Ihre Konstruktion und Technik kann die Grundlage für zukünftige erdbebensichere Bauten bieten.

Im Rahmen der Tagung werden Vertreter von Forschungseinrichtungen, Hilfsorganisation und von Behörden eingeladen zu den folgenden Themenbereichen zu referieren: Ethnologie, Gesellschaft, Architektur und Kunst, Dokumentation, Wiederaufbau und Rekonstruktion.

 

Ziele

Bei der Tagung werden WissenschafterInnen und Organisationen, die auf der Insel Nias arbeiten oder gearbeitet haben, die Möglichkeit geboten, ihre Forschungsergebnisse und Arbeiten zu präsentieren und weiterführende Kooperationen einzugehen.

Zentrale Fragenstellungen sind dabei die Bedeutung des kulturellen Erbes der Insel, dessen funktionale und soziale Bedeutung heute, die Erhaltung und Dokumentation und die Chancen, die traditionelles Wissen für die Zukunft bringen kann. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Erdbebensicherheit.

Die Tagung dient zum Austausch der Forschungsergebnisse in den unterschiedlichen Disziplinen Architektur, Ethnologie, Kunstgeschichte, und dem Ausloten der Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit; im günstigen Fall geht mit dieser Veranstaltung also auch die Erarbeitung und Formulierung von zukünftigen Forschungsprogrammen einher.

Weiters wird durch diese Veranstaltung eine an Inhalt und Fragestellung orientierte, von Fächergrenzen unbeeindruckte, Diskussion initiiert und damit werden interdisziplinäre wissenschaftliche, sowie implementierende Tätigkeiten auf Nias gefördert. Hervorzuheben ist dabei die Einbeziehung von Organisationen, die vor Ort an der Umsetzung von Hilfsmassnahmen nach den Erdbeben des letzten Jahres arbeiten. Im Rahmen der Tagung werden auch über die Möglichkeiten diskutiert, die Forschungserkenntnisse in längerfristigen Hilfsmaßnahmen zu berücksichtigen um vor Ort Massnahmen zur Erdbebensicherheit in Gebäuden zu implementieren.

Im Rahmen der Tagung werden die vielfältigen bereits vorhandenen Kontakte gebündelt und eine kooperative Basis begründet. Durch die Zusammenarbeit der Technischen Universität Wien, dem Institut für vergleichende Architekturforschung und dem Museum für Völkerkunde besteht die Möglichkeit, ein internationales Netzwerk zu lancieren um die Forschungen in Nias zu intensivieren und in weiterer Folge auf den gesamten südost-asiatischen Archipel auszudehnen.